Chrigu hat in Genf den Grand Prize des Reel Lifes Film Festival gewonnen!
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Chrigu hat in Genf den Grand Prize des Reel Lifes Film Festival gewonnen! Chrigu war auf dem Winterfestival der Cinemateca Uruguaya zu sehen. Ja da ist jetzt eben Winter Chrigu hat den Weg nach Bayern wieder zurückgefunden. Der Film war dreimal open air am Fünf-Seen-Festival zu sehen. Es hört einfach nicht mehr auf: Chrigu wurde nach Cannes eingeladen. Die Association du Cinéma Indépendant pour sa Diffusion lädt jedes Jahr 9 Langfilme nach Cannes ein, welchen sie zu einer Kinoauswertung in Frankreich verhelfen wollen. Wir fühlen uns geehrt und freuen uns sehr! CHRIGU, de Jann Gassmann et Christian Ziorjen 23.5.2008 Chrigu wird in Hamburg zu sehen sein: Die Dokfilmwoche Hamburg meint zum Film: “Gefilmt in der selbstreflexiven ÿsthetik eines verwackelten Homevideos, inszeniert sich Chrigu, wie er sich gerne sehen will. Fragen nach dem Sinn der Krankheit wechseln ab mit humorvollen Bestandesaufnahmen eines Lebens im Ausnahmezustand.” Chrigu wird in Linz zu sehen sein: Das Festival schreibt: “Chrigu ist ein Film über die Lust am Leben” Das Norsk Filminstiutt organisierte zum 8. Mal das EURODOK Festival in Oslo, wo europäische Dokumentarfilme gezeigt wurden. Das Programm war sehr hochstehend, die Filme, die ich sah, überzeugten mich sehr. Abends gab es jeweils gemütliche Abendessen mit den Leuten der Cinemathek und den anwesenden Regisseuren. Die Screenings waren von wunderbarer Qualität und ich denke den kaltblütigen Norwegern hat der Film gut gefallen. Sehr erfreut war ich auch über die vielen Exilschweizer, die sich den Film nicht entgehen lassen wollten. Grossen Dank an dieser Stelle an die Schweizer Botschaft von Norwegen und speziell an Heidi Studer, die diese Reise möglich machten.
Nach etwas mehr als einem Jahr war CHRIGU mal wieder in Berlin zu sehen. Hier hatten wir Anfang 2007 auf der 57 Berlinale unsere Festivaltournee begonnen. Jetzt hat das Deutsche Historische Museum CHRIGU im Rahmen der Reihe KINEMATOGRAPHIE:HEUTE gezeigt: http://www.dhm.de/kino/kinematographie_schweiz.html Mich hat es extrem gefreut CHRIGU mal wieder in meiner momentanen Heimatstadt zu zeigen. Jetzt sind wir also schon Historie Istanbul ist eine bewegte Stadt mit tausend Dingen, die man entdecken möchte. Manche Stunden sind wir durch die Strassen gelaufen und haben uns umgesehen. Natürlich haben wir uns auch Filme angesehen, besonders schön war das Wiedersehen mit den Machern von “Should I really do it?” die vor einem Jahr in Berlin uns ihr Rohmaterial gezeigt hatten, weil sich der Film einem ähnlichen Thema annähert, wenn auch auf eine komplett unterschiedliche Weise. Ihr Film hatte Premiere in Istanbul und lief zusammen mit unserem Film in der !F Inspired Competition. Die Organisation des Festivals war nahezu perfekt und unser Betreuer Ulc zeigte uns die versteckten Spots der Riesenstadt. In der Jury der Competition waren namhafte Leute vertreten, u.a. der Regisseur von Shortbus, James Cameron Mitchell, der für seine Direktheit bekannt ist. Bei der Preisverleihung meinte er zum Jury Special Award, dass er leider kein Preisgeld beinhalte, aber trotzdem wichtig sei, für einen Film, der alle berührt hat. Er meinte der Preis sei, dass der Gewinner mit der gesamten Jury schlafen dürfe, gleichzeitig - oder alle nacheinaner. Die türkische ÿbersetzerin hat sich geweigert, dies auf türkisch zu sagen. Ich war ziemlich überascht, als darauf der Name CHRIGU genannt wurde. Natürlich habe ich mich sehr gefreut, viele spannende Filme waren in der Competition vertreten. Eine grosse Ehre also und ein grossartiger Abschluss eines Festivals, das mir sehr viel Freude bereitet hat. Danke an die Jury !
Zusammen mit dem Gewinner des Hauptpreises “Pink” Regisseur Alexandros Voulgaris nach der Preisverleihung Chrigu spricht jetzt auch Französisch. Premiere hatte unsere FR Version auf dem Filmfestival Angers. Leider konnte niemand vom Team hingehen. Folgendes Feedback hat uns aber erreicht: “The screening of Chrigu was one of the successes of the “Figures libres“ program. We were really happy to be able to present the film.” Das freut uns doch auch
Die Einladung zum Havanna Film Festival war für uns eine grosse ÿberaschung, wir dachten wir seien in der Zensur hängengeblieben. Nachdem wir uns von Zürich gesehen immer nach Osten bewegt hatten, war dies nun der erste Ausflug in den Westen. Kuba war für mich schon immer ein Traum, den ich mir erfüllen wollte, solange Fidel noch am Steuer sitzt. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie die Leute in Kuba in riesigen Schlangen vor dem Kino anstehen, um Filme zu sehen. In Havanna gibt es etwa 200 Kinos und ein lebhaftes Publikum, wenn es ihnen gefällt bleiben sie, sonst laufen sie heraus, teuer ist es nicht: Der Eintritt kostet 2 Nacionales, was etwa 10 Rappen entspricht, jeder kann sich also Kino leisten. Unser Film wurde in der Schweizer Filmreihe gezeigt, u.a. zusammen mit “La vraie vie est allieurs” und “Die Herbstzeitlosen”. Wir hatten ein grosses altes Kino, das auf etwa 10 Grad heruntergekühlt wurde. Nachdem der Moderator meinen Lebenslauf vorgelesen hatte, wurde ich auf die Bühne geholt und versuchte den Zuschauern auf Spanisch klarzumachen, dass der Film am Anfang ein bisschen experimentell und schnell ist, dass er sich danach aber beruhigt; ich wollte nicht dass alle bereits nach 5 Minuten den Saal verlassen. Nach einem kühlen Ron con Limon war die Vorstellung aus und o Wunder hatten nur sehr wenige den Saal während des Films verlassen. Wir verteilten noch einige Soundtracks, die weggingen wie nirgends sonst und freuten uns über den Eindruck, den der Film bei den doch sehr emotionalen Kubanern hinterlassen hatte. Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr.
Chrigu konnte diese Tage wieder nach Indien reisen. Das hat uns sehr gefreut, da Chrigu von Indien sehr beeindruckt war. Seine erste Indienreise kommt im Kinofilm immer wieder vor. Hier kommt ein Link zur Festivalwebsite (Schau mal auf die Herkunftsbezeichnung Für die Mission Amsterdam habe ich zwei Kenner beigezogen: Fäbu, Bassist der Mundartisten und Hänsu a.k.a Chocolococolo das Multitalent Gitarre, Klavier, Stimme. Viel Musik haben wir nicht gemacht, dafür sind wir durch die Stadt gezogen und haben uns die Füsse plattgelaufen. Der Film wurde zweimal gezeigt, in der Kategorie Filmschulen und in der Kategorie Doc - U. Dort hat eine Jury von 15 - 18 jährigen Filme für Gleichaltrige ausgesucht. Uns freute es sehr, dass wir auch dabei sind. Das Kino war gut besucht und die Fragen des jungen Publikums spannend. Am Ende kamen noch Fäbu und Hänsu zum Zuge: Die Nachfrage nach den CHRIGU Soundtracks konnte nicht befriedigt werden. Das nächste Mal nehmen wir einen grossen Karton mit.
Fäbu und Hänsu vor den IDFA - Fahnen Mitten im Kinostart kommt die gute Nachricht: Chrigu hat an der 1. Ausgabe der Nonfiktionalen in Bad Aibling den Hauptpreis gewonnen. Wir freuen uns sehr, danke an die Organisatoren, danke an Jan Sebening, mein Lieblingsassistent der Hochschule für Fernsehen und Film München, der mich dort vertreten hat und natürlich: Merci an die Jury. Aus der Begründung: “Die Auseinandersetzung mit dem Tod wird zur Feier des Lebens” Wir freuen uns!
Chrigu ist nach Finnland gereist (leider ohne uns Nachdem meine Reise erst unter einem schlechten Stern stand (verschlafen und Flieger verpasst) hat sich dieser Trip für Thomas, Eric und mich zu einer sehr schönen Erfahrung entwickelt. Das Festival in Breslau gehört zum Besten was es gibt, ein schönes Programm, ein Festivalclub, Konzerte, sehr nette Organisatoren und ein spannendes Publikum. Viele Studenten reisen aus ganz Polen nach Breslau, um für eine Woche nur Filme zu gucken. Unsere beiden Vorstellungen waren ausverkauft und Leute konnten nicht mehr hineingelassen werden.
L: Die Arsonisten kommen, Feuerlöscher aufhängen! R: Schönes Plakat zieht viele Zuschauer an. Wenn der Akku hält und die Pixel sich prügeln, dann entsteht wieder ultimatives Lest zwischen den Punkten. Das Nachricht kam wie üblich 2 Tage vor Festivalstart: Chrigu spielt in Shanghai! Schnell umbuchen, in Bangkok ein Visum ergattern (erkaufen ist wohl besser ausgedrückt) und ab ins bevölkerungsreichste Land unter der Sonne. Neben der atemberaubenden Skyline bei dekadentem Mojito und Nüssli mussten wir natürlich den vielen Clubs einen Besuch abstatten. Die meisten entpuppten sich als europäische Schickeria-Venues, wo auf 5 Quadratmetern 10 Sprachen zu hören waren, keine davon aber asiatisch klang. Henu, dachten wir und tackelten bonbon, babyface, attica, zapatas und wie sie alle hiessen nacheinander ab.
Auf Shanghai hab ich mich ganz besonders gefreut. Eine gewisse Festivalmüdigkeit hat sich ja schon eingestellt, aber für einen Besuch in dieser Stadt nimmt man gerne auch einen 16h Flug hin. Am Start sind Jan, Sam (direkt aus Bangkok), Severin (der gerade in Shanghai studiert) und ich. Shanghai hat alle meine Erwartungen übertroffen. Hier schiessen die Wolkenkratzer nur so aus dem Boden. Es gibt tausend Chancen und Möglichkeiten. Hier ist die rasannte Entwicklung Chinas an jeder Ecke zu spüren. Es gibt grosse Gewinner, aber auch Verlierer. Jan lästert gerne über die Kommunistenführer, welche über Nacht alle ihre Prinzipien vergessen hätten. Trotzdem ist es beeindruckend, wie es ein Regime schafft eine so starke Wirtschaftsentwicklung zuzulassen und dabei trotzdem an der Macht zu bleiben. Auf unseren nächtlichen Streifzügen durch die Clubs (Severin knows them all) treffen wir viele Chinesen, welche extrem reich, extrem selbstbewusst und extrem gut aussehend sind. Das Festivalprogramm ist umfangreich und unübersichtlich. Alle sind etwas überfordert. Deutschland ist mit einem speziellen Fokus sehr gut vertreten und in der Jury sitzt Michael Ballhaus, mit dem ich im April in Berlin einen Kurzfilm produzieren konnte. Das Festival selbst bietet für Produzenten spannende Sessions zum Thema Coproduktion mit China. Ich würde sofort in China einen Film produzieren, merke aber auch, dass die Sprachbarriere hier besonders hoch ist. Vor allem die Generationen aus der Zeit der Kulturrevolution können so gut wie kein Englisch. Selbst zum Taxifahren muss man sich vorher alles in chinesischen Zeichen aufschreiben lassen. Downtown werden wir zwar oft angesprochen: Watches, T-Shirts, DVDs? Und dann: Massage? Girls? Very beautiful! Wir halten uns an professionelle Fussmassage (mir tun danach zwar immer die Füsse weh) und empfehlen den Händlern sich lieber selbst gut um ihre Girls zu kümmern. Am letzten Tag geniessen wir den Ausblick über die Skyline vom roten Teppich. Das Festival hat für die Closing ceremony an nichts gespart. Wir freuen uns über die Anwesenheit von Jackie Chan. Nach einem Besuch bei der Shanghai Film Group am nächsten Tag erwischen wir dann noch den letzten Transrapid (der hier Maglev heisst) und rauschen mit 300 km/h zum Flughafen. Nachdem Chrigu auf dem Dokfest in München für Aufsehen gesorgt hat und einem kurzen Intermezzo in Berlin hat es mich nun nach Cannes verschlagen. Eigentlich wollte ich ja nicht gehen, sondern hart am Kinostart von Chrigu arbeiten. Ich hab mir dann eine Liste gemacht mit Leuten, welche ich unbedingt noch treffen muss. Und irgendwann hab ich dann realisiert, dass 90% dieser Menschen gerade in Cannes sind. Eine perfekte Wohngelegenheit (Danke Donat!) hat sich ergeben. Also: Nichts wie hin. Cannes ist einfach nochmals eine Dimension krasser als die Berlinale. Chrigu hätte es hier gefallen. Wenn dir Quentin Tarantino über den Weg läuft, drehst Du dich nichtmal mehr um, denn du hast heute morgen schon Scorsese und Harvey Weinstein und Angelina Jolie und Brad Pitt gesehen. Und gestern warst du nach dem Spezialkonzert von Bono per Zufall auf einer Party mit Pamela Anderson. Vom experimentellsten Arthouse Autorenfilm in der Quinzaine bis zum komerziellsten Hollywood wannbe Multiplex Blockbuster im Marché du Film kann man einfach alles sehen. Die ganze Bandbreite des Filmemachens ist da. Und àpropos Angelina Jolie: Der neue von Brad Pitt produzierte Film “A mighty hearth” von Michael Winterbottom mit ihr in der Hauptrolle ist extrem gut. Provokativ, super relevant und gleichzeitig mit grosser Kunst erzählt. Unbedingt ansehen! Solche Filme möchte ich produzieren können! Cannes ist extrem effizient, weil alle wichtigen Leute in guter Laune an einem Ort auffindbar sind. Auf der German Films Party trifft man alle Entscheider der deutschen Filmindustrie. Am Distributors cocktail von SwissFilms trifft man alle schweizer Verleiher. Wenn man die alle einzeln treffen wollte, würde das 2 Wochen dauern.
Aber das beste Business wird in der legendären Petit Majestic Bar so ab 2 AM gemacht. Eine ganz kleine Bar hinter dem Grand Hotel. Da ist die Stimmung einfach am lockersten. Wenn die Beachparties schliessen und die Dinnerparties und Spätvorstellungen längst vorbei sind, verschlägt es alle die noch Energie haben hierher. Die Leute stehen einfach mit einem Bier auf der Strasse und schwatzen bis es hell wird. Warum genau hier, weiss keiner so genau. Nach einer Nacht Petit Majestic (”Sie haben einen grossartigen Film gemacht” x 30) kann ich nun also bekannt geben: Weltvertrieb für Chrigu ist: TelePool Es geht rasant vorwärts in diesen Tagen. Aus Seoul sind wir direkt nach München gereist (sorry Jan für den Aeroflot-Flug). Hier läuft Chrigu auf dem Dokfest. Natürlich kleben wir auch hier viele Plakate, um Chrigu auch mit dabei zu haben. Man merkt schon, dass diese Show für Jan kein normales Festivalscreening ist. Er ist glaub etwas nervös, weil hier nicht nur Freunde und Unbekannte zuschauen. Jan studiert ja an der HFF in München und darum kennen ihn hier sehr viele Leute. Hier sieht man uns mit Jans Prof Heiner Stadler:
Der Film wird in Zeitungen und Radio dann aber sehr gut aufgenommen. Unsere zwei Screenings sind innerhalb von Minuten ausgebucht und vor dem Kino sammeln sich trotzdem noch Leute die ohne Ticket einfach unbedingt in diesen Film wollen. Das macht Mut für den regulären Kinostart. Es ist mir vollkommen klar, dass ein Festivalpublikum in keinster Weise vergleichbar ist mit einem normalen Kinopublikum. Aber trotzdem…
Das Thema Tod und Leben ist universal, trotzdem waren wir überrascht, als die Einladung zum Festival von Jeonju ins Haus flatterte. Alle waren begeistert und deswegen sind wir auch gleich zu viert an dieses Festival gefahren. Thomas (Producer) kam direkt aus Nyon und Eric (Dramaturgie) von Zürich, ich bin aus Athen über Moskau nach Jeonju geflogen. Webdesigner und Protagonist Sam liess sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen und kam aus seiner zweiten Heimat Bangkok nach Jeonjou. Nachdem ich nach 10 Stunden Flug ohne Entertainmentsystem mit einer alten Aeroflotmaschine aus Moskau gelandet war, wurde ich sofort von Freiwilligen begrüsst, die auffalend alle gelbe Jacken trugen. Sofort in den Bus weiterverfrachtet traf ich in dieser kleinen Stadt Jeonjou ein, die vor allem von Studenten bewohnt wird. Das Festival war für meine Verhältnisse riesig, ganze Strassen waren stillgelegt und es schien nur das Filmfestival zu existieren. Schon am zweiten Tag wurde unser Film gezeigt und wir waren natürlich auf die Reaktionen des Publikums gespannt. Das Kino war ausverkauft, wir hatten auch schon CHRIGU Poster in der Stadt aufgehängt und nun wollten wir endlich wissen, was das asiatische Publikum mit dem Film anfangen kann. Wir kamen in den Saal und da für uns Europäer alle Asiaten gleich aussehen, war es erstmal schwierig, überhaupt Emotionen auszumachen.
Die Programmerin Mirto führt uns nach der Vorstellung in die griechische Küche ein und wir erleben einen Festschmaus. Am Ende müssen wir für unsere ÿbersetzerin Nana eine DVD unterschreiben. Ich fühle mich irgendwie verdammt unwohl damit. Jönu, der Mundartisten-Drummer und Herrscher über die Grafiken macht das mit Routine, er hat schon Hunderte von CDs unterschrieben und kennt das Gefühl. Die nachfolgende Kneipentour mit OUZO und anderen hochprozentigen Getränken führt uns am Ende in ein kleines, feines Lokal, wo wir bis zum Schluss bleiben.
Uns bleibt viel Zeit zu geniessen, grosse Hüte zu kaufen und illegal die Akropolis zu besichtigen. Das Festival ist klein, aber gut besucht. Nach der Vorstellung, CLASSICANDO, die Frage, die immer wieder auftaucht: Wieso ist die Schweiz nicht fähig Emotionen zu zeigen? Wurde im Spital nicht geweint? Es ist schwierig, über die Schweiz zu sprechen ohne in Klischees zu verfallen. Aber ja, es stimmt, unsere Emotionen scheinen sich eher intern abzuspielen.
Stefan Haupt lief mit seinem Film “A Song for Agyris” im selben Wettbewerb, sehr empfehlenswert. Für mich eine tolle Gelegenheit mich mal lange und ausführlich mit einem etablierten Schweizer Regisseur zu unterhalten.
Ich bin entäuscht über die fehlenden Zuschauer, mir scheint, das Festival sei eine aufgeblasene Idee unterstützt von westlichen Entwicklungsorganisationen. Zum Glück kommen zu meiner Vorstellung viele junge Leute und schauen sich den Film mit russischen Untertiteln an. Nach der Vorstellung scheint der Moderator vom Film so mitgenommen zu sein, dass er nur eine Frage herausbringt. Da die Zuschauer auch sehr fertig aussehen, beendet er die Fragerunde. Die Zuschauer verabschieden mich mit einem langen Applaus. Was will man mehr? Mir ist meistens auch nicht nach Reden zumute, nachdem ich den Film gesehen habe bin ich bei Chrigu und nicht bei den Fragenden. Die Stadt wirkt kalt bei der Ankunft. Hunderte weiss bemalte Bäume ziehen an unserem Rennwagen vorbei, der mit 40kmh durch die Gegend schleicht. Kiev erlebt gerade Unruhen: Die orange Revolution hat ihre Kinder gefressen, jetzt demonstrieren die Blauen. Sie haben ihre Unterstützer aus dem Osten mit Bussen in die Hauptstadt gebracht und bezahlen ihnen einen Lohn. So kann man auch die Welt verändern. Der nachfolgende nächtliche Spaziergang durch Kiev wirkt beklemmend, es ist niemand auf der Strasse, nur die wunderschönen alten Gebäude erinnern an das blühende Kiev des Zarenreiches. Am nächsten Tag sorgt der “Device” noch immer für einen tauben Kopf, ergo wir verschlafen. Hänsu verpasst fast seinen Flug, doch Knackeboul hat Glück, am Abend kann er mit Hänsu im Kiff auftreten. Hänsu “Chocolococolo” in Kiev
Nach 1.5 Wochen bin ich völlig fertig und freue mich auf mein Bett. Es war toll eine Berlinale erlebt zu haben, was mir aber viel wichtiger scheint war die Tatsache, dass viele Freunde von Christian und mir den Weg auf sich genommen haben, um diesen wichtigen Schritt gemeinsam zu gehen. Danke an Baba, Leta, Carla, Dimu, Fäbu, Jönu, Eric, Thomas, Hänsu, Dävu, Züsu, Mathia, Adi, Bene, Julie, Max, Michael, Thorsten, Julia, Jonas, Julia, David und Henning und allen andern die uns in in unserem kleinen Reich besucht haben und mit uns Berlin erobert haben.
Es ist wie in einem Traum! Dieser Film war ursprünglich ein Zweitjahresprojekt an der Filmhochschule. Und plötzlich gehen wir über den roten Teppich in Berlin. Jans Erstlingsfilm feiert Internationale Premiere auf einem der wichtigsten A-Festivals der Welt und wir reden schon über Kinostarts.
Chrigu wurde auf der Berlinale sogar ein Preis verliehen. Wir haben den Award der Ökumenischen Jury bekommen: “Chrigu, ein junger Mann, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, dokumentiert den Prozess seines Sterbens als Teil des Lebens, und sein Leben als Teil des Sterbens. Vor seiner Krankheit arbeitete Chrigu als Produzent und Regisseur für eine befreundete Hiphop-Band. Deren pulsierende Musik unterstreicht den Rhythmus von Freude und Schmerz, Lachen und Traurigkeit, Leben und Tod. Indem er die Unausweichlichkeit des Todes akzeptiert, betont Chrigu den Wert des Lebens.” Das fätzt “Der gute Hirte” musste ich mir anschauen. Ich meine, der ist von Robert De Niro und der wird wohl auch da sein. Ich, Eric, konnte mir als einziger von unserem Chrigu Team noch eine Karte ergatern und bin also alleine los in den Berlinale Palast. Ich erklimme drei Stockwerke und setzte mich auf meinen Sitz auf dem obersten Balkon, wo die Luft wegen der Höhe schon dünner ist und von wo man die Leute auf der Bühne nur noch als kleine Punkte erkennt. Robert betritt den Saal und alle schauen gebannt zu, wie er vom Eingang rechts unten bis zu seinem Platz spaziert. Das hört sich jetzt nicht spannend an, doch wenn Robert De Niro daher spaziert, hat es halt das gewisse etwas. |